Are you ready to Fly?

Im Prinzip gibt es im Bereich des Modellflug-Hobbys zwei verschiedene Lager, denen die jeweiligen Piloten zuzuordnen sind. Aufgrund der großen Anzahl an günstigen und hochwertigen Fertig-Modellen, die es mittlerweile überall und in allen nur erdenklichen Ausführen zu kaufen gibt, wächst die Zahl der sogenannten „Ready to Fly“-Piloten ständig. Bis in die frühen Achtziger waren die RTF-Modelle (ready to fly = flugbereit) kaum zu finden und in den Kennerkreisen nicht wirklich „en vogue“. Wer mit dem Gedanken spielte, sich auf dieses besondere Hobby einzulassen, wusste damals, dass er schon sehr viel Zeit und Geld in die Vorbereitung investieren musste, bevor er mit seinem eigenen Flieger das erste Mal richtig abheben konnte.

Die Gilde der „Hardcore Bastler“

Sie verdankt ihre Entstehung dem Nicht-Vorhandensein von massenmarkt-tauglichen Alternativen. Dennoch gibt es auch heute noch viele RC-Flugfanatiker, die die unzähligen Stunden und Tage im Bastelkeller gern in Kauf nehmen, und die Flüge mit ihren Eigenkreationen den schnellen Flug-Nummern mit den Fertigmodellen jederzeit vorziehen. Viele Modellbauer lieben die Herausforderung und haben große Freude daran, ins kalte Wasser zu springen. Sie wollen sehen, wie auf Basis der Zeichnungen eines platten, zweidimensionalen und einfach gefalteten Bauplans aus Papier und einer Handvoll Material, ein reales, voll funktionsfähiges und fernsteuerbares Flugzeug wird. Wer nur ein wenig Sinn für „das Besondere“ hat, sollte es nachempfinden können.

Viele der Bastler legen größten Wert darauf, dass auch die kleinsten sichtbaren Eigenschaften der Modelle, den originalen Vorbildern so exakt wie möglich und ganz naturgetreue nachgebaut sind. Es wird beispielsweise auf die Übereinstimmung der verschiedenfarbigen Lackierung und Bemalung der Karosserie geachtet. Alles muss stimmen. Sogar die individuellen Typenaufleber und die neckischen Darstellungen der Pin-up-Girls, die seinerzeit von amerikanischen Kriegspiloten im Einstiegsbereich der Cockpits angebracht wurden, sind zu finden. Einige Nerds versehen ihre Maschinen sogar mit winzigen Nieten und Schrauben, die Elemente wie die Tragflächen oder die Landevorrichtung zusammenhalten.